Koh Pangan oder: Paradies auf Erden

Juni 1, 2010

In Surat Thani angekommen hiess es mal wieder Warten, gegen 9:30 Uhr fuhr dann endlich, endlich die Faehre ueber Koh Samui nach Koh Pangan, bekannt auch und vor allem fuer die beruehmt- beruechtigte Full Moon Party mit 12- 15 000 Menschen, die monatlich die Insel, bzw Haad Rin belagern. Am Ende stellte sich fuer mich als naives Travvelermaedchen heraus dass dort quasi permanent Parties stattfinden- die Black Moon Party, gefolgt von der Half Moon Party und der Full Moon Party, worauf wiederum eine Half Moon Party folgt usw usf. Nicht zu vergessen natuerlich die diversen Vorglueh- und Afterparties in den Tagen dazwischen. Super Sache. Zum Glueck hatte ich einen grandiosen Tipp von Max bekommen, der einen einstuendigen Transport auf schlechten Dirtroads in einem Allradjeep beinhaltete und uns zu einem abgelegenen Teil der Insel bringen sollte. Ein paar Stunden Strom, kaum nutzbares, weil selten vorhandenes Internet, kein Handynetz und wenig Touristen in Kombination mit weissen Straenden vor tuerkisblauem Wasser. Insgeheim dachte ich ja: der gute Mann uebertreibt. Hat er nicht. Im Gegenteil. An diesem Strandabschnitt gab es zum Ankunftszeitpunkt quasi die freie Auswahl, ausser uns waren noch zwei oder drei weitere Bungalows belegt und alle zur Auswahl stehenden waren mit Meerblick und grossen, in den Berg gebauten Holzbungalows mit wunderschoenen Badezimmern und Terrasse mit Haengematte. Unglaublich. Than Sadej Beach. Paradies auf Erden fuer Menschen, die nichts anderes wollen als Entspannen, Baden und Essen. Und das war ja unser Plan [oke, urspruenglich beinhaltete er auch noch Wandern, aber, was soll cih sagen: die HITZE ;) ]. Eine genaue Aufzaehlung, was wir so den Tag ueber gemacht haben erspare ich Euch, es waere sowieso langweilig: ausschlafen, Fruehstueck am Strand oder wahlweise auf dem "Berg" mit Blick ueber Strand, Meer und den Wald, Baden [gerne auch in umgekehrter Reihenfolge], lesen, essen baden, lesen, duschen, ausruhen, Sonnenuntergang ansehen, essen, reden, schlafen- repeat process. An sage und Schreibe zwei Tagen haben wir effektiv etwas anderes gemacht. Tag eins war ein Spaziergang zu den "Wasserfaellen", die der Beschreibung in der Trocken- bzw. beginnenden Regenzeit nicht gerecht wird- Rinnsal ist passender. Immerhin bescherte es uns 3h Bewegung durch gleissende Hitze und ein gutes Gewissen, doch irgendetwas getan zu haben. Kurz vor Ende unseres Aufenthalts mieteten wir uns dann doch noch einen Jeep, mit dem wir die Insel erkundeten. Auf Grund mehrerer Regenguesse in den vorangegangenen Tagen [netterweise immer gegen Abend oder in der Nacht- perfekt zum Schlafen] waren die Strassen noch schlechter als am Tag der Anreise, dementsprechend langsam krochen wir voran. Niels hatte seinen Spass waehrend ich etwas aengstlich daneben sass und mich meinem Schicksal beugte. Die Insel war grossartig, wenn es auch ausser der kleinen Doerfer, einiger Elefantencamps mit riesigen Elefantenbullen und viel, viel Natur [was wollte ich mehr] nichts grossartig zu sehen gab. Wir besuchten nach dreimaligem Verfehlen den chinesischen Tempel, spielten mit den kleinen Kaetzchen [Allergieanfaelle inklusive], hatten wunderschoene Ausblicke an den Viewpoints und liefen ein Stueck weit in einen der Nationalparks im Zentrum der Insel, wo wir auf einem Felsen sitzend unseren Blick ueber einen grossen Teil der Insel schweifen lassen konnten. Auf dem Rueckweg gab es noch lecker Thaifood auf einem Night Food Market und ich steckt Niels mit meiner Vorliebe zu Thai Iced Tea mit gesuesster Kondensmilch und einer Art Kokosnuss- Pudding- Kuechlein an. Ausgeruestet mit Toastbrot, Ananasmarmelade, Chips und Keksen machten wir uns dann auf den Rueckweg zum 'Mai Pen Rai' Resort [was uebrigens soviel bedeutet wie: 'kein Problem' und viel ueber deren Philosophie aussagt] und hatten den Spass die Haelfte der Strecke im Dunklen zu fahren. Und mit Dunkel meine ich: keinerlei Beleuchtung ausser der Scheinwerfer weit und breit [auf Nachfrage kann gern auch ein Video zur Veranschaulichung dargeboten werden]. Und ich mag mich wiederholen, aber: Niels hatte seinen Spass. Nun ja.

Die insgesamt 8 Tage [urspruenglich waren 10 geplant, aber durch die Full Moon Party am 29.5. steigen traditionsgemaess die Preise fuer Unterkunft und Transport um einiges an, und da Niels auch gern Bangkok erkunden wollte [immerhin ist inzwischen ja alles wieder ruhig und begehbar] entschlossen wir uns schweren Herzens die Insel am Morgen des 29. zu verlassen um die Faehre bzw den Bus zurueck in die Hauptstadt zu nehmen. Ich nahm kurz vor Abfahrt noch ein Bad um gut 30 Grad warmen Wasser [Aussentemperatur uebrigens knappe 40] und versuchte, alles in mich aufzusaugen was die Sinne erfassen konnten bevor der Jeep zum Aufbruch hupte.

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